Auf den Tag genau nach acht Monaten


Gijón -> Avilés Start: 6:35 Ende: 10:50 Wind: NE – E 18 – 22 kn Distanz: 26,3 sm Gesamtdistanz: 26,3 sm

„von Gijón -> nach Avilés“

„von Gijón -> nach Avilés“

Die Biskaya meint es gut mit uns und das Cabo Peñas westlich von Gijón auch. Genau vor acht Monaten, am 11.11.2019 sind wir auf halber Strecke zum Cabo umgekehrt. Damals nicht, weil uns schlecht war, sondern weil wir doch eine ganze Menge Respekt hatten. Zu viel Respekt, um weiterzufahren. Und heute beutelt uns das Cabo wieder so, als ob es uns nicht aus Gijón weglassen will.

„Es dämmert, als wir aufbrechen.“

„Es dämmert, als wir aufbrechen.“

Im Herbst hätten wir diese Bedingungen als ideal bezeichnet. Heute, nach 8 Monaten Landleben, sind unsere Seebeine aber so sehr geschrumpft, dass uns nicht danach zumute ist, solche Bedingungen als ideal zu bezeichnen. Zumal die Biskaya alles gibt, um einer herbstlichen Nordsee möglichst ähnlich zu sein.

„Noch ein kurzer Blick auf den Platz, wo wir nun fast 4 +1 Woche gelegen haben.“

„Noch ein kurzer Blick auf den Platz, wo wir nun fast 4 +1 Woche gelegen haben.“

„Der Sonnenaufgang verspricht Besserung!“

„Der Sonnenaufgang verspricht Besserung!“

Ein NE -> E ist eigentlich ganz wunderbar, um es einfach nach Westen laufen zu lassen. Allerdings stauen sich dann die aus Osten anlaufen Wellen vor dem Cabo Peñas. Das macht die Sache dort eher ungemütlich und chaotisch. Kommt man aus Gijón und will nach Westen, hat man keine Chance, dem zu entgehen. Eigentlich sind die Wellen mit den vorhergesagten 1,6 m ja eher moderat, aber die Burschen laufen vor dem Cabo vollkommen kopflos kreuz und quer und wenn sie sich gegenseitig überlaufen, dann haut es uns ordentlich auf die Seite. So versammeln sich nach kurzer Zeit doch erstaunlich viel Dinge auf dem Boden vor der Pantry. Der Boden vor der Pantry ist die tiefste Stelle in der PINCOYA, tiefer kann man nicht fallen, deswegen tummelt sich eben auch alles dort, was nicht richtig verstaut ist. Sogar die Badelatschen springen aus dem Bad über das Klo, nur um bei der Party auf dem Pantryboden dabei zu sein.
Eigentlich sind auch die 5 bis 6 Beaufort ganz ok, aber als wir nördlich des Cabos auf einen westlichen Kurs gehen, haben die Wellen dem Schiffsjungen schon den Rest gegeben und ehrlich gesagt, ist er da schon durch 🤢. Die Capitana schlägt sich zwar besser, fühlt sich aber auch nicht mehr wie das blühende Leben an.
Ein westlicher Kurs bedeutet bei einem Ost aber auch, dass man fast genau vor dem Wind läuft. Was eigentlich auch kein Problem ist, wenn wir nicht vergessen hätten, die Bullenstander anzuschlagen. Nicht alles ist zum Anfang einer Saison so eingespielt, wie es am Ende der letzten Saison war. So kommen wir nur noch zum steuerbordseitigen Bullenstander, bevor der Schiffsjunge ausgiebig die Fische füttern muss 🤮.

„Nordsee-Feeling im September...“

„Nordsee-Feeling im September…“

Klein beigeben ist ja nicht des Schiffsjungen größte Tugend 😇, aber heute ist ihm so elend, dass er widerspruchslos den Vorschlag der Capitana annehmen kann, nach Avilés abzubiegen. So liegen wir nun in Avilés und fühlen uns auch schon besser. Erst gegen Abend lässt der Wind nach, nachdem er tagsüber selbst im Hafen noch durchgehend mit 5 bis 6 geblasen hat.

„Fluchtpunkt Avilés“

„Fluchtpunkt Avilés“

Vielleicht hätten wir uns mehr Zeit lassen soll, aber auf der anderen Seite war es nun auch mal Zeit, Gijón zu verlassen. Rein kosten- und liegeplatztechnisch hat es sich auf jeden Fall gelohnt. In Avilés liegen wir für knapp den halben Tagespreis und zudem viel ruhiger und sicherer.

Und vielleicht war unser ungeplantes Ziel Avilés auch noch auf eine ganz andere Art ein Glücksfall, denn der Hafenmeister von Avilés erzählt uns, dass Ribadeo und Viveiro tatsächlich heute und morgen wieder geöffnet haben, er aber ganz stark davon ausgeht, dass die Region am Montag wieder wegen der neuen Corona-Fälle geschlossen wird. Warum? Nun an diesem Wochenende sind dort Regionalwahlen! 😂

Avilés (in Ute & Peters Winterbox 😉 )
43° 33′ 44,9″ N, 005° 55′ 16,4″ W


p.s. Dieser erste Fahrtag-Blog musste jetzt schon mal sein, die anderen ab unserer Anreise kommen natürlich auch noch.