Über das Wetter in Deutschland müssen wir nicht viele Worte verlieren. Die ersten beiden Tage gönnen uns noch einen sanften Übergang.
Dann ist die Schonfrist vorbei. Sicherlich müssen es nicht immer über 30° sein, aber ein Hochsommer um die 17° ist dann schon etwas zu herbstlich.
Der Jetlag ist nach zwei Tagen weggeschlafen, doch etwas irritierend sind die langen Sommertage. In der Karibik wird das Licht um 6:00 eingeschaltet und um 18:30 ist dann auch schon wieder Schluss mit dem Tag. Dieser Rhythmus sitzt bei uns viel tiefer als die sechs Stunden Zeitunterschied. Gekocht haben wir, wenn die Sonne untergegangen war. Doch nun will die Sonne einfach nicht untergehen. Vorn und hinten ist der Tag mal eben um 3 bis 4 Stunden länger. Das treibt Blüten. Irgendwann knurrt dann doch der Magen und wir beginnen, »ungewohnt früh« zu kochen. Es ist 21:00 und immer noch hell. Aber egal, dann essen wir halt mal früher 😂.
„Die Hurricanes behalten wir im Blick. Unten rechts: Und wo ist da der Hurricane? Nicht immer braucht man Wetterkarten 😂.“
Nun doch ‘nen Starlink …
Schon auf Curaçao haben wir damit begonnen, eine ganze Reihe von Dingen online zu bestellen. Nichts hält ewig und alles Elektronische scheint eine eingebaute Lebenszeit von etwa 10 Jahren zu haben. So ist unsere Bestellliste lang und bei unseren Kids sammeln sich schon seit einigen Wochen immer neue Pakete. Aber nicht alles ist Ersatz, wir wollen auch unsere Solarkapazitäten noch einmal erweitern. Das zieht so einiges nach sich, denn wir haben absolut keine Lust, irgendetwas zu vergessen, um dann auf Curaçao tief in die Tasche greifen zu müssen oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr weiter zu kommen.
Doch als erstes fahren wir mal zu Hornbach und kaufen uns dort nun doch einen Starlink mini. Ja Hornbach! Ja Starlink! Auch wir waren etwas erstaunt, dass gerade Hornbach ein lizensierter Vertragshändler für Starlink ist. Und da wir wohl nicht die einzigen sind, die Hornbach für Starlink nicht auf dem Schirm haben, hat Hornbach auch alles noch am Lager. Also hinfahren, mitnehmen und gut 👍 🙂.
Mit unserer politischen Entscheidung haben wir es uns nicht leicht gemacht, aber als Herr Musk beschloss, in den USA eine dritte Partei zu gründen, haben wir uns über diesen strategischen Schachzug doch sehr gefreut 🙂. Dass Herr Musk diesen Plan nun schon wieder ad acta gelegt hat, ist sehr bedauerlich, da hatten wir uns durchaus mehr Durchhaltevermögen erhofft. Aber so haben wir nun einen Starlink mini.
Doch es gab auch noch andere Gründe. Seit Mitte Januar haben wir insgesamt 450€ für Internet-Karten ausgegeben, wobei die Verbindungen oftmals schwierig waren. Digicel funktioniert zwar grundsätzlich gut, doch wenn’s ums Roaming geht, reden einige aus der Digicel-Familie dann doch nicht miteinander. Sehr enttäuschend war auch Puerto Rico, das mobilfunktechnisch nur am Bodensatz der unbegrenzten Möglichkeiten der USA herumkratzt.
Und dann ist da noch dieses Henne-Ei-Problem. Neues Land, neue Internet-Karte, aber bevor man überhaupt sein Schiff verlassen darf, bitte erst einmal online anmelden. Da hilft nur eine eSim, sofern es die gibt, und wenn ja, immer zu einem Preis, der nur als Abschreckung verstanden werden kann. In jedem Fall ist neben den Kosten auch der Aufwand enorm, egal ob man sich nun eine physische SimCard besorgt oder es mit einer eSim versucht. Wobei auch die SimCards, egal ob »e« oder nicht, so ihre Tücken haben. Einige gehen nur in Handys, aber nicht in Routern und bei den Handy-Cards ist dann oftmals noch zusätzlich die HotSpot-Funktion gesperrt. Insgesamt eine gute Basis, um irre zu werden, weil man ständig irgendwelche Klippen umschiffen muss.
So sind wir nun mit einer Anschaffung von 225€ und einem monatlichen Abo von 40€ für 50 GB dabei. Dazu kommt noch ein kleiner DC-DC-Wandler von Victron für 65 €, denn der Starlink mini kann zwar mit einem 12V Adapter betrieben werden, will daraus aber knapp 30V haben. Wenn diese Investitionen nun 6 Monate funktionieren, haben sie sich amortisiert. Weitere Kosten wollen wir gar nicht in die Waagschale werfen, denn ein problemloses Internet an Bord würde uns schon vollkommen ausreichen.
Nun haben wir also dieses Reise-Abo, was allerdings im Kleingedruckten auch all das enthält, was eben so gar nicht zu unserem Nutzungsverhalten passt. Und inzwischen kennen wir auch einige Fahrtensegler, denen der Dienst tatsächlich abgeschaltet wurde. Doch bei der überwiegenden Mehrzahl funktioniert alles tadellos. Also schauen wir mal, wie wir durchkommen. In Deutschland funktioniert der Dienst schon mal absolut problemlos und – kleiner Vorgriff – zurück auf Curaçao waren wir auch nach 60 Sekunden wieder online. Also zunächst mal alles bestens.
Fensteraussichten
Neben der Ersatzteilbeschaffung gehen wir auch gleich mal das Problem an, das nun auch schon unsere weiteren Pläne beeinflusst. Unser Fensterrahmengammelproblem. Wahrscheinlich lässt ein Materialfehler bzw. eine schlechte Eloxierung unsere Alu-Fensterrahmen schneller weggammeln als erwartet. Dieses Gammelproblem hat uns schon länger beschäftigt, aber in den Griff bekommen haben wir es noch nie. Und bei den karibischen Temperaturen und mit dem salzigen Seewasser geht es noch schneller bergab als gedacht. D.h. wir brauchen neue Fenster. So etwas ginge natürlich auch in den USA, aber das können wir uns dort schlicht und ergreifend nicht leisten. Auch deswegen soll es zurück nach Europa gehen.
Als eine erste Sondierung haben wir uns ein Angebot von TopWindows aus den Niederlanden rechnen lassen und nun eine Telko zu den technischen Details. Grundsätzlich gefällt uns die Lösung von TopWindows absolut gut, denn sie stellen Kunststoffrahmen her und bieten auch eine Doppelverglasung. Das würde sehr gut in unsere Pläne passen, doch leider liegen die Preise in Bereichen, die es uns nicht erlauben werden, alle Fenster auf einmal zu machen. Mal sehen. Und zu allem Überfluss fördert die Telko noch ein zusätzliches, technisches Problem zu Tage. Da werden wir wohl noch etwas weiter recherchieren müssen. Das Thema mit den Fenstern wird uns noch in Atem halten und ist wohl nicht ganz so einfach zu bändigen.
Die Liste aller Listen
Inzwischen klingelt fast täglich irgendein Paketdienst bei uns, doch ein Teil des Tages vergeht immer noch mit einiger Recherche. Aber das macht sogar auch Spaß, denn in Europa bekommen wir nicht nur fast alles zum »Half Price«, wir können uns auch genau das aussuchen, was wir haben wollen und müssen nicht das nehmen, was es gerade gibt. Dazu können wir noch zwischen verschiedenen Anbietern auswählen und halten die allermeisten Dinge schon nach drei Tagen in den Händen.
Als wir unsere Bestellliste auf Curaçao füllten, haben wir versucht, an jedes Detail zu denken. Thema für Thema sind wir Schritt für Schritt durchgegangen. So stehen für die Erweiterung unserer Solarkapazitäten eben nicht nur die Solarpanels und der Victron Charger auf der Liste, sondern auch Kabel, Kabelschuhe, Aderendhülsen, wasserdichte Schaltboxen, Tenax-Knöpfe zur Montage auf dem Bimini und einiges mehr. Ein Komplettprogramm von A bis Z, in dem wir hoffentlich nichts vergessen haben. Sicherlich könnten wir das ein oder andere auch auf Curaçao auftreiben, doch was, wo und vor allem wie? In Europa liegt nach zwei Tagen genau das vor unserer Haustür, was wir brauchen. Auf Curaçao müssten wir mit einem Mietwagen verschiedene Läden abklappern, die eventuell etwas Passendes haben könnten, wobei das Passende in der Regel nur mit unbekannten Kompromissen passt. Und so reiht sich ein Thema an das nächste und zuhause bilden sich so langsam Häufchen zu den verschiedenen Themen.
Beim Versand verrannt
Nicht alles wollen wir selbst mitnehmen, einiges wollen wir uns auch direkt nach Curaçao schicken lassen. Damit können wir auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zumindest theoretisch, aber da sind wir noch lange nicht. Erstens sparen wir die MwSt, wenn uns eine Firma die Sachen direkt in die Werft liefert, denn Curaçao ist nicht Teil der EU, obwohl die Insel zu den Niederlanden gehört. Und zweitens haben wir in Curaçao den Status »Yacht in Transit« und müssen dort keine Einfuhrsteuer bezahlen. Eine tolle Sache, denn so winkt uns eine Ersparnis von satten 19%.
Dagegen muss man natürlich die Versandkosten rechen und auch erst mal eine Firma finden, die an Privatverbraucher verkauft, weltweit versendet und deswegen keine MwSt erhebt. So ergibt sich ein Puzzlespiel zwischen den Fragen, was kriege ich wo zu welchen Preis, wer versendet auch außerhalb der EU und was kostet der Versand. Die Ersparnis der MwSt soll ja möglichst nicht nur die Versandkosten decken, sondern tatsächlich auch noch für etwas Freude sorgen.
Und genau an dieser Stelle wird es kniffelig, denn um überhaupt etwas durch den Direktversand ins außereuropäische Ausland zu sparen, kann man sich nicht beliebig viele Pakete schicken lassen. Man muss möglichst einen Anbieter finden, der eine große Angebotsbreite hat und dann alles mit genau einem Paket verschickt. Und für Segelbedarf gibt es davon in Deutschland nur genau zwei Läden. SVB und Toplicht. Doch diese beiden Shops haben zwar ein gutes Gesamtangebot, sind aber kaum mal die preiswertesten am Markt. So stellt sich die Frage, was man wo zu welchem Preis bekommt, und wenn man z.B. den Garmin InReach mini 2 bei Amazon brutto günstiger bekommt als bei SVB netto, rechnet sich die ganze Sache mit der MwSt-Ersparnis auch schon nicht mehr so richtig. Und so fällt nicht nur ein Ding wieder aus dem Warenkorb bei SVB.
Aber sei’s drum, am Ende sparen wir mit unserem verbliebenen SVB-Warenkorb wahrscheinlich noch rund 130 €, wenn wir mal die internationalen Versandkosten eines 20kg-Pakets von DHL nach Curaçao abziehen. Bei SVB konnte man uns leider nur bestätigen, dass der Versand nach Curaçao selbstverständlich absolut kein Problem ist, allerdings konnte man uns nichts zu den Kosten sagen, dazu müssten wir erst den Kauf abschließen. 🧐
Doch so einfach ist die Sache nun auch wieder nicht, denn mit dem Klick auf Kaufen tappen wir direkt in die »Gefahrgut-Falle«. Die Schwimmwesten sind Gefahrgut und die Sender für die Schwimmwesten sowieso. Ein Telefonat mit SVB fördert zu Tage, dass schon mal gar keine Rettungswesten nach Übersee versandt werden können und jegliches elektronisches Zubehör, dass einen Akku enthält, auch nicht. Die Luftfracht ist das Problem, innerhalb der EU funktioniert das alles auf dem Landweg. Eine bittere Pille für weltweite Fahrtensegler, denn mit diesen Restriktionen schrumpft das Angebot schon erheblich. Da stellt sich uns natürlich auch die Frage, wie es Predictwind 2023 überhaupt hinbekommen hat, uns innerhalb von 5 Tagen aus Neuseeland den Iridium Go! exec zu schicken, der ja nun wirklich einen dicken Lithium-Akku enthält. Es scheint da noch Geheimnisse im internationalen Warenverkehr zu geben, die sich noch nicht herumgesprochen haben. Unser Hinweis, dass es ja neben der Luftfracht auch grundsätzlich noch die Möglichkeit der Schiffsfracht gibt, gehört leider nicht zu den Standardoptionen bei SVB, aber man verspricht uns, mal nachzufragen und zu schauen was möglich ist 👍. Von holländischen Freunden wissen wir, dass alle zwei Wochen ein Schiff aus den Niederlanden nach Curaçao fährt und auch damit die Fracht innerhalb von 14 Tagen in der Werft ankommt.
Nach einer Woche bekommen wir dann ein Angebot. Gefahrgutspezialverpackung 287€, Schiffsfracht 368€, Lieferzeit voraussichtlich 58 Tage, Lieferort »Port Willemstad«, wo genau ist nicht klar, da müssten wir uns kümmern. Also zusammen geschmeidige 655€ Versandkosten mit ungewissem Ausgang nach 2 Monaten. So ein Angebot beeindruckt und sucht wirklich seinesgleichen! Um diese Versandkosten mit der MwSt-Ersparnis zu kompensieren, müssten wir für rund 3.500€ bestellen 😳.
Auf die neuen Schwimmwesten zu verzichten, wäre ein Option. Doch das wollen wir nicht, zumal wir die alten PRBs auch schon verkauft haben. Also bleibt uns nur, den ganzen Kram auch noch selbst mitzunehmen. Die Rettungswesten sollten bei KLM kein Problem sein, wir müssten sie nur anmelden und auch noch in unserem Gepäck unterbringen. Und die neuen PRBs können im Handgepäck mitreisen, denn die Anzahl elektronischer Geräte ist nicht limitiert 🙂. Also pfeifen wir auf die MwSt-Ersparnis und leeren unseren Warenkorb bei SVB.
Und am Ende machen wir durch diese Geschichte sogar noch ein echtes Schnäppchen, das sich wohl kaum auch mit einer doppelten MwSt-Ersparnis hätte realisieren lassen. Im Wetsuit Outlet in UK bekommen wir in einer Angebotsaktion genau die Spinlock-Rettungswesten, die wir haben wollen, brutto (!) 60€ preiswerter als bei SVB netto. Wohlgemerkt pro Stück, also zusammen eine Ersparnis von lockeren 120€. Und nach vier Tagen sind die Schwimmwesten aus England (!) dann auch schon bei uns. Dasselbe Spiel klappt nun auch mit allen anderen Dingen, denn alles bekommen wir tatsächlich irgendwo anders preiswerter. Zwar nicht 19% preiswerter, aber 5 bis 10% sind immer drin.
Was hatten wir uns über die Möglichkeit gefreut, durch einen Direktversand die europäische MwSt sparen zu können. Und wie ernüchtert sind wir nun! Doch selbst mit MwSt ist alles noch viel preiswerter als auf der anderen Seite des Atlantiks. Und durch unseren Status als »Yacht in transit« werden wir auf Curaçao auch nicht doppelt besteuert. So rechnet sich etwas Recherche am Ende doch besser als die Hoffnung auf eine MwSt-Ersparnis.
Solargetriebene Verpackungskunst
Die Solarzellen sind dann eine noch etwas härtere Nuss, denn wir wollen nur welche bestellen, wenn wir auch wissen, dass wir sie zu einem halbwegs angemessenen Preis nach Curaçao bekommen. Nach einer kleinen Recherche ist klar, dass wir die EcoFlow flexible 100W haben wollen. Auch Fritz Berger bietet diese Solarpanels zu einem guten Preis und zusätzlich findet sich in den Versandbedingungen der Hinweis, dass man auch gerne ins außereuropäische Ausland liefert. Dies allerdings nur auf Anfrage. Also fragen wir an und unterstreichen in der Mail das Schlüsselwort »Curaçao Karibik«. Schon 12 Stunden später bekommen wir die positive Nachricht, dass der Versand überhaupt kein Problem sei, die Zollgebühren in den Versandkosten inkludiert seien, man aber keine genauen Angaben zu Höhe machen könne, aber – und das ist nun die wirklich gute Nachricht – die Versandkosten 23,95 CHF nicht überschreiten werden. Wow! Das ist mal eine schnelle und auch rundherum positive Nachricht! Zwei Solarpanels für nur 23,95 CHF nach Curaçao ist wirklich mal ein Wort, doch die CHF machen uns dann doch etwas stutzig. Also bedanken wir uns für das tolle Angebot und fragen noch mal vorsichtig nach, ob die Solarpanels denn direkt aus der Schweiz in die Karibik gesendet werden.
Diese Frage macht dann den Kollegen der Versandabteilung wohl doch noch einmal stutzig und er bemüht vielleicht auch GoogleMaps, um festzustellen, das Curaçao kein Bergdorf in der italienischen Schweiz ist, sondern eine ganze Menge salziges Atlantikwasser zwischen Neumark in der Oberpfalz und Curaçao in der Karibik liegt. Zu unserem großen Bedauern nimmt der Kollege von Fritz Berger sogleich auch sein tolles Angebot wieder zurück und bedauert sein Missverständnis, während wir die Rücknahme seines Angebots bedauern 😢. Aber das Beruhigende dabei ist auch, dass Bayern ganz offensichtlich nicht in allen Disziplinen der Pisa-Studien uneinholbar vorn liegt 😂. Und da »außereuropäisch« und »nicht zur EU gehörig« nicht nur im globalen Sinne zwei durchaus zwei unterschiedliche Dinge sind, wird es nun sicher auch bald schon zu einer kleinen Änderung der Versandbedingungen kommen.
Nun gut, am Ende findet sich natürlich niemand, der uns die zwei Solarpanels ohne MwSt verkauft und nach Curaçao liefert. So bleibt uns schon wieder nur der Eigentransport, denn im Standardversand von DHL sprengen die Packmaße der Panels schon mal die Maximalmaße der Standardpakete, wobei schon das größte Standardpaket gut 1,5 Solarpanels kostet. Da wollen wir mal lieber gar nicht fragen, was dann ein Paket mit Sondergröße kostet.
Und hier kommt dann schon wieder die HotLine von KLM ins Spiel. Die Schwimmwesten konnten wir ja schon erfolgreich anmelden, da sollten zwei Solarpanels vielleicht auch noch gehen. Und es ist nicht so, dass nichts geht, aber ad hoc geht eben nicht gleich alles. So erreichen wir über Tage ein Etappenziel nach dem nächsten, doch das Ziel selbst bleibt zunächst unerreicht. Die Solarzellen sind zwar zu groß für das Standardgepäck, erfüllen aber auch noch nicht die Anforderungen von Frachtgut. Das ist grundsätzlich gut, denn so bleibt auch bei KLM noch die Variante als Sondergepäck. Doch ein Sondergepäckstück muss von der Airline höchstselbst bestätigt werden, die HotLine ist sozusagen nur Vermittler. Und nach unzähligen Telefonaten, – in deren Warteschleife wir uns wahrscheinlich 573 mal die Ansage anhören dürfen, dass man Sondergepäck auch einfacher und vor allem viel zeitsparender durch einen einfachen Klick »Sondergepäck buchen« am Ende der WebPage von KLM online buchen kann, ein Link, den selbst die Capitana trotz intensivster Suche nicht finden kann, während der Schiffsjunge schon längst aufgegeben hat und dauerhaft am Handy hängt, – bekommen wir schlussendlich den Status »genehmigt« und wir können bei Hornbach auf Kaufen klicken. Ja, schon wieder Hornbach 😂! Klick! Und drei Tage später sind die Solarzellen auch schon bei uns und die schlussendliche Puzzle-Arbeit des Packens kann beginnen.
In die Pakete der Solarzellen packen wir auch noch gleich die Makrolon-Ersatzscheiben. Die beiden einzelnen Pakete tapen wir zusammen. So passt das, auch wenn das Ergebnis nicht wirklich handlich ist. Und da wir nun alles selbst transportieren, puzzeln wir einen ganzen Nachmittag, um zwei große Trolleys mit je 23kg zusammenzustellen. Da Astrids großer Rucksack kleiner ist als meiner, deklarieren wir ihn als »kleines Handgepäck« und so kann die Capitana noch einen weiteren kleinen Trolley als »normales Handgepäck« mitnehmen. Mit gutem Willen passen die Maße auch, nur wiegen sollte man unser Handgepäck lieber nicht. Doch wir fliegen ja mit KLM und nicht mit Ryanair.
Dann sind wir fertig. Ein Sondergepäckkarton, zwei große Trolleys, ein kleiner Trolley und zwei Rucksäcke. Die Packprobe in Henriette, unserem Mini, klappt auch, denn irgendwie müssen wir ja auch zur S-Bahn, aber mehr geht auch im Mini nicht. Jeder von uns ist nun mit drei Gepäckstücken bepackt. Die Bahnfahrt nach Amsterdam wird noch so eine Nummer. Nur gut, wenn wir erst einmal im IC sitzen.







