Jamaica -> Grand Cayman


Bürokratische Selbstbefriedigung …
Das Auschecken auf Jamaica gestaltet sich ebenso schräg wie das Einchecken. Beim Einchecken haben wir zwar schon 25 Formulare ausgefüllt, aber zwischenzeitlich scheint man neue erfunden zu haben. Doch von vorn.


Als wir am Montag vom Einkaufen kommen, ist gerade ein junges britisches Pärchen dabei einzuchecken. Längsseits an ihrem Schiff liegt das Polizeiboot aus der Marina und zwei mit Maschinengewehren schwer bewaffnete Polizisten wachen darüber, dass dem Customs-Officer, der nun gerade an Bord der Briten ist, auch kein Haar gekrümmt wird. Dass die Polizei hier überhaupt über so ein Waffenarsenal verfügt, hätten wir nicht erwartet. Vor zwei Stunden haben die Briten noch nett mit den Polizisten vor ihrer Bude geplaudert, aber nun scheint so eine Art hoheitlicher Auftrag zu erfüllen zu sein, der auch angemessen gesichert werden muss.

Furchtlos stoppen wir neben dem Polizeiboot und fragen, ob der Customs-Officer nicht auch gleich zu uns kommen könnte, denn wir wollen ja auschecken, um gleich morgen früh lossegeln zu können. Doch so geht das alles gar nicht, denn auschecken könne man nur an dem Tag, an dem man auch wirklich ausreist. Hmm, nun gut, dann eben morgen. Widerworte verkneifen wir uns, die Offiziellen scheinen immer dann etwas merkwürdig zu werden, wenn es offiziell wird.


„Da warten wir nun ...“

„Da warten wir nun …“

Also fahren wir am Dienstag um 9:00 zur Polizeistation und sagen, dass wir nun auschecken wollen, und wir ganz bestimmt auch gleich noch am Vormittag aufbrechen werden. Das setzt eine gewisse Dringlichkeit frei, was unseren Prozess beschleunigen könnte. Immerhin scheint man heute keinen bewaffneten Überfall zu befürchten, alle sind wieder ganz normal. Wir bekommen sogar zwei Stühle herausgereicht, denn die Polizeibude ist zu klein, um drinnen zu warten. So sitzen wir in der Sonne davor und warten auf die Immigration, die ganz bestimmt gleich kommen soll.

Nach einer kleinen Ewigkeit kommt die Dame der Immigration, die Polizei räumt für sie ihr Büro, weil dort nur Platz für maximal drei Personen ist. Der Schiffsjunge hält sich im Hintergrund, während die Dame der Immigration unzählige Papiere ausbreitet und Astrid ihr brav alle geforderten Formulare und Unterlagen herüberreicht. Doch unser Vorrat ist schnell erschöpft, da wir nur das Immigration- und das Customs-Dokument von unserer Einreise und eben das Cruising Permit haben. All die restlichen Formulare, die die Dame nun noch von uns haben will, haben wir nicht. Also wird telefoniert. Wann und wo wir eingecheckt hätten? Hmm, steht zwar alles in den Dokumenten, aber ja, in Port Antonio am 19.12. Lange Diskussionen am Telefon. Dann fällt der Schiffsname PINCOYA. Ein gutes Zeichen, also haben sie den Vorgang in Port Antonio gefunden. Ich verkneife mir die Frage, ob sie vielleicht auch unsere Flasche Wein gefunden haben.

Es dauert, doch dann ist klar, dass wichtige Formulare fehlen. Ob es die schon letztes Jahr gab oder sie erst kürzlich erfunden wurden, ist unerheblich. Heute ist heute und so müssen sie auch heute vorliegen! Und nicht nur die Formulare der Immigration sind unvollständig, sondern auch die des Customs. Ob wir nicht vielleicht doch noch dieses oder jenes hätten? Leider nein. Wir haben weder jenes noch dieses. All die 25 Formulare, die wir bei unserer Einreise sorgfältig ausgefüllt haben, haben wir natürlich auch gescannt, und die Formulare, die wir gestempelt zurückerhalten haben, hält die Dame der Immigration nun schon in ihren Händen. Sie schüttelt den Kopf. Wie konnten wir überhaupt nur mit diesen formalen Defiziten einreisen? Und eins ist ganz klar, wer nicht formulartechnisch ordentlich eingereist ist, kann schon mal gar nicht einfach so wieder ausreisen 🙄.

Da hilft es auch nicht, dass wir versprechen, in einer Stunde auch ganz bestimmt und vollkommen rückstandslos weg zu sein. Wir müssen erst einmal ins Kreuzfahrerterminal mitkommen. Dort ist ihr Büro und dort sitzt auch der Customs. Und nur dort kann die formulare Ordnung wieder hergestellt werden.


„Ein neuer Kreuzfahrer ist angekommen.“

„Ein neuer Kreuzfahrer ist angekommen.“

Das alles mutet schon eher wie ein gespielter Witz an. Wie eine spezielle Sightseeing-Gruppe trotten wir inmitten all der Kreuzfahrer, die gerade an Land strömen, unserer Anführerin hinterher, nur dass sie kein Schild mit unserer Gruppennummer hoch hält. Immerhin erklärt sie jeder Security-Frau und jedem -Mann auf dem Weg, dass wir auf ihr persönliches Geheiß mitkommen müssten und deswegen auch keinen Ausweis wie die Kreuzfahrer bräuchten, aber schon bald wieder eigenständig zurückkommen würden. Wir sollen uns den Weg gut merken.


In ihrem Büro füllt Astrid noch einmal 5 Formulare aus, in die noch einmal dieselben Daten einzutragen sind, die Astrid schon bei unserer Einreise tapfer 25mal in die anderen 25 Formulare eingetragen hat. Was sollen wir auch anderes eintragen? Es ist immer dasselbe. Die Daten aus unseren Reisepässen, die Daten zur PINCOYA und der letzte und nächste Port of call. Zusätzlich sind zwei Kärtchen auszufüllen, die noch einmal die Daten unserer Reisepässe enthalten. Auch sie verschwinden zusammen mit all den neuen Formularen in den Akten. Doch natürlich erst, nachdem sie ordnungsgemäß gestempelt wurden. Dann sind wir bei der Immigration entlassen und müssen zum Customs. Irgendetwas »zum Mitnehmen« bekommen wir nicht, all die neuen Formulare sind in den Akten verschwunden. Und so verlassen wir die Immigration mit dem guten Gefühl, dass nun wenigstens die Aktenlage der Immigration wieder in Ordnung ist.


Beim Customs beginnt dasselbe Spiel. Dieselben Fragen und auch dort kommen dieselben Daten in dieselben For… aber nein, das können wir gar nicht mit Sicherheit sagen, denn bei der Fülle der Formulare kommt auch ein deutsches Seelchen, dem naturgemäß ein üppiges Übermaß an Bürokratie mit in die Wiege gelegt wurde, doch auch leicht mal durcheinander. Es könnte sich auch um eine frühe 26er Variante handeln, die es in der Spätauslese von 2025 noch gar nicht gab. Und wieder trägt Astrid tapfer die Motornummer unseres alten Volvos ein und wieder fragt der Customs-Officer »twentythree« als es um die brüllende Horsepower unseres Außenborders geht und wieder antwortet die Capitana mit einem Lächeln »two point three, Sir, it’s an outborder baby«. Der Rest ist weitere zwei Seiten lang, aber auch das ist irgendwann geschafft. Verwunderlich bleibt am Ende, wieso sie nicht auch noch das Gewicht unseres Ankers und die Farbe der Ankerkette wissen wollten, aber da kann man mal sehen, es bleibt immer noch ein gewisser Spielraum, um noch besser zu werden.


Nach mehr als zwei Stunden sind wir endlich vollständig ausgecheckt. Vom Zoll bekommen wir das heißbegehrte Ausreisedokument. Alle anderen Dokumente bereichern lediglich unsere Aktenlage auf Jamaica. Übrigens haben wir nun satte 24h für die Ausreise und müssen nicht sofort am selben Tag abhauen. Doch das wollen wir lieber nicht riskieren, wer weiß, was dann noch alles so passiert. Der Security-Mann am Gate der Marina lächelt und hält uns wieder das Tor auf. Schnell schleudern wir noch ein »Have a great day« in Richtung der Polizei, springen in unser Dinghy und brummen los. Doch weit kommen wir nicht, denn plötzlich wird es am Tor der Marina laut. Man winkt und ruft und beordert uns zurück. Dann sehen wir den Customs-Officer, wie er am Kai entlang läuft. Es fehlt doch noch eine Unterschrift. Gott sei Dank hat er es noch rechtzeitig bemerkt und geschafft, uns einzuholen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn dieses Formular nun ohne Astrids Unterschrift hätte abgeheftet werden müssen. Wahrscheinlich hätten sie uns dann aber doch die Coast Guard 136 hinterhergeschickt, die kennt uns nach 5 Kontrollen noch am besten.


Am Ende verlassen wir Jamaica zwiegespalten. Auf der einen Seite sind die Menschen wirklich absolut freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Das trifft auch auf viele der Officials zu. Seien es Coast Guard, Polizei, Immigration, Health oder auch Customs. Doch bei den Formalien scheint irgendetwas vollkommen aus dem Lot geraten zu sein. Dazu kommt noch ein fast paranoider Kontrollwahn. Wir haben mit der PINCOYA seit 2018 41 Länder besucht, doch in keinem Land sind wir so häufig kontrolliert worden wie auf Jamaica. In jedem Fall spielt Jamaica in der Liga der Ein- und Ausreisekuriositäten ganz oben um einen der ersten Plätze mit. Doch dieser Spaß ist auf Jamaica ja wenigstens kostenlos, andere Länder lassen sich ihren Irrsinn ja auch noch üppig vergolden.


Die kleine Überfahrt
Ocho Rios, Jamaica -> George Town, Grand Cayman
Distanz: 257,9 sm – Gesamtdistanz 2026: 445,5 sm

„von Ocho Rios auf Jamaica -> nach George Town auf Grand Cayman“

„von Ocho Rios auf Jamaica -> nach George Town auf Grand Cayman“

Tag 1, Dienstag 20.01. 11:50

„Endlich geht's los ...“

„Endlich geht's los …“

Nach einer weiteren Stunde sind wir fertig. Alles ist vorbereitet und der Rest ist seefest verstaut. Noch in der Einfahrt können wir den Motor ausmachen und segeln.

„Noch einmal die Bettenburgen von Ocho Rios“

„Noch einmal die Bettenburgen von Ocho Rios“

„Eine Perspektive, die nur Spaß macht, wenn der Brocken auch gut festgemacht ist.“

„Eine Perspektive, die nur Spaß macht, wenn der Brocken auch gut festgemacht ist.“

Ursprünglich hatten wir mal vor, nicht direkt nach Grand Cayman zu segeln, sondern einen Zwischenstopp auf Cayman Brac einzulegen. Cayman Brac ist die nördlichste der drei Cayman Islands. Dieser Plan hätte auch bestens zu den gerade vorherrschenden Strömungen gepasst, denn zwischen Jamaica und Grand Cayman liegt oft ein Stromwirbel, der sich im Gegenuhrzeigersinn dreht. Doch Cayman Brac mussten wir aufgrund der aktuellen Wetterlage streichen. Für die nächste Woche sind nördliche und sogar nordwestliche Windlagen vorhergesagt. Doch auf Cayman Brac gibt es keine geschützten Buchten, man kann im Südwesten nur stumpf vor Küste liegen, was bei einem Nord- bis Nordwestwind nicht besonders spaßig ist.

Also segeln wir direkt nach Grand Cayman, holen aber dennoch etwas weiter nach Norden aus. In Windy gibt es ja auch eine Strömungskarte und so setzen wir unseren ersten Wegepunkt nördlich des Stromwirbels. Damit sollten wir ab dem zweiten Tag Strom mit haben.


„Entspannt geht es los ...“

„Entspannt geht es los …“

In der Theorie hört sich so etwas immer recht gekonnt an, doch zunächst brauchen wir eine ganze Menge Geduld. Der schöne Segelwind verabschiedet sich schon nach kurzer Zeit wieder und der Rest reicht kaum, um gegen den Strom, der uns nun noch leicht entgegen läuft, anzukommen. Es ist nicht leicht, auch bei unter 3 kn noch tapfer zu bleiben und an seine Strategie zu glauben.

„Die Abendstimmung ist perfekt.“

„Die Abendstimmung ist perfekt.“

„Die Jagd nach dem »green flash« bleibt aber erfolglos.“

„Die Jagd nach dem »green flash« bleibt aber erfolglos.“

So geht es eher ruhig in eine stockfinstere Nacht. Vor zwei Tagen war Neumond und so verabschiedet sich auch das schmale Sichelchen des Mondes ziemlich schnell hinter dem Horizont. Irgendwann soll es etwas auffrischen, aber davon ist noch nicht viel zu spüren. Dafür lässt uns ein alter Schwell aus Nordosten ziemlich unangenehm geigen.

„Der dünne Neumond.“

„Der dünne Neumond.“

Um 23:59 loggen wir 57,4 sm für den ersten Tag. 199,9 sm to go. Der erste Tag hat sich langsamer angefühlt, aber da wirkt das Verwöhnaroma der letzten Offshore-Etappen wohl noch nach. Ein Etmal von knapp 120 sm war früher unser Tagesziel 🤭.


Tag 2, Mittwoch 21.01.
Nach meiner Mitternachtswache bin ich gerade eingeschlafen, da weckt mich Astrid auch schon wieder. Von jetzt auf gleich ist der Wind auf 20 kn gesprungen. Wir müssen reffen. Einen Grund dafür können wir in der schwarzen Nacht nicht erkennen. Doch vielleicht ist das ja auch schon die Rückseite des Starkwindfeldes, in das wir uns einhaken wollten. Doch 20kn wären dafür etwas zu üppig, aber nun ja.

Das Reffen geht schnell und das ist auch gut so, denn kurz darauf hat uns der Grund für den Wind auch schon eingeholt. Ein heftiger Squall beutelt uns über eine Stunde lang und er bleibt auch nicht der einzige, der nun mal zeigen möchte, was er alles so drauf hat.

„Kapriolen der Squalls“

„Kapriolen der Squalls“

„Durchwachsene Morgenstimmung“

„Durchwachsene Morgenstimmung“

Gegen 5:00 dreht der Strom und nimmt zu. Eigentlich hätte das erst später und weiter nördlich passieren sollen, aber egal, wir nehmen diese Wendung gerne. Allerdings bleibt der Rest weiterhin echt etwas heftig. Die Wellen legen noch einmal deutlich zu und nicht nur einmal sausen wir durch Wellentäler, aus denen wir im Cockpit stehend nicht mehr den Horizont sehen können.

„Angelehnt nimmt der Schiffsjunge Jamaica herunter.“

„Angelehnt nimmt der Schiffsjunge Jamaica herunter.“

„Jamaica geht“

„Jamaica geht“

„Durchgeschaukelt ...“

„Durchgeschaukelt …“


Die Capitana ist angeschlagen, es hat sie auf dem falschen Fuß erwischt. Das Wohlfühlgefühl des Schiffsjungen befindet sich zwar auch in einem ambivalenten Zwischenzustand, aber es geht. Die See kocht teilweise richtig hoch und wir fliegen zusammen mit dem Strom wieder einmal nur so dahin. Für 12 Std kommen wir nicht einmal mehr unter 7 kn und segeln in der Spitze für fast 2 Std konstant mit mehr als 8 kn dahin. Über Mittag frischt es noch einmal auf und statt der angekündigten 15 kn sehen wir nun permanente 22 kn mit Spitzen bis knapp unter 30.

„High speed ...“

„High speed …“

Unser Plan war eigentlich, dem abziehenden Starkwindfeld mit etwas Abstand zu folgen. Doch das scheint nicht geklappt zu haben und mit diesem Speed bleiben wir ihm auch nicht auf den Fersen, sondern tummeln uns wunderbar mittendrin.

„Zu oft ist kein Horizont zu sehen ...“

„Zu oft ist kein Horizont zu sehen …“

So geht es Stunde um Stunde und es ist heftig. Abwechselnd schlafen wir, das hilft, aber für Astrid ist es echt hart. Sie hat kaum eine Möglichkeit, sich wieder einzukriegen. Dafür krachen wir zu schlimm durch die Wellen. Doch wenigstens stimmt endlich mal wieder unser Energieeintrag. Die Sonne scheint und das Windrad zischt ohne Ende. Um unsere Energievorräte müssen wir uns keine Sorgen machen.

„Abends wird es ruhiger ...“

„Abends wird es ruhiger …“


Erst gegen 21:00 hat die Rauschefahrt langsam ein Ende und der Wind nimmt etwas ab. Das ist auch gut so, denn wir sind viel zu schnell. Vor George Town wollen wir nicht vor 9:00 ankommen, um Extra-Money beim Einchecken zu vermeiden. All diese Regelungen sind ebenso bekloppt wie am Ende unklar. Und um gar keine Diskussion aufkommen zu lassen, peilen wir an, zu den »normalen Geschäftszeiten« anzukommen.

Doch obwohl wir so viel Speed eigentlich gar nicht gebrauchen können, juckt der nächste Rekord in den Fingern. Unser absolutes High-Speed-Etmal können wir zwar nicht mehr toppen, aber ein Platz zwei könnte es noch werden. Also lassen wir die Segel bis Mitternacht unverändert und brettern weiterhin durch die zweite Nacht. Doch die Spaßgrenze ist dabei nicht mehr allzu weit entfernt. Die Wellen setzen uns ohne Pause ordentlich zu. Sie laufen nun eher aus Nordnordost ein und lassen die PINCOYA immer wieder ziemlich brutal rollen.

Um 23:59 loggen wir unser 1. Etmal mit 156,5 sm. 42,9 sm to go. Ach schade! Lange sah es danach aus, dass wir uns ein neues Etmal für Platz 2 ersegeln, doch dann wurde es mit 3,5 sm Rückstand doch nur Platz 3 🥉. Vor einem Jahr wären solche Etmale noch mit einem guten Abstand auf Platz 1 gelandet. Doch nun kommen sogar 156,5 sm nur noch auf Platz 3.


Tag 3, Donnerstag 22.01.
Kurz nach Mitternacht sehen wir einen ersten Lichtschimmer von Grand Cayman am Horizont. Der Wind hat inzwischen auf 15 kn abgenommen und ein leichter Gegenstrom bremst uns. Das passt, denn wir wollen ja erst gegen 9:00 ankommen. So reichen uns 4,5 kn vollkommen aus.

„Der dritte Tag bricht an.“

„Der dritte Tag bricht an.“

„Grand Cayman im Morgendunst. Platt wie eine Flunder.“

„Grand Cayman im Morgendunst. Platt wie eine Flunder.“

Von hinten kommen insgesamt drei Kreuzfahrer auf. Zusammengerechnet ein satter Kilometer Kreuzfahrtschiff, der dabei ist, Grand Cayman zu überfallen. Wir lassen sie erst einmal durch und hören uns den Funkverkehr mit der Port Security an. Man denkt immer, dass es mit den Großen irgendwie ganz anders läuft, aber sie haben dieselben Fragen zu beantworten, die wir eine Stunde später auch zu beantworten haben. Nur eine Frage wird ihnen nicht gestellt. Wieviele Personen an Bord sind und welche Nationalität sie haben. Merkwürdig … 😂

„Die wollen alle erster sein ...“

„Die wollen alle erster sein …“

„In der Dämmerung lassen wir uns Zeit“

„In der Dämmerung lassen wir uns Zeit“

„Wir melden uns an und hissen die gelbe Flagge.“

„Wir melden uns an und hissen die gelbe Flagge.“

So trödeln wir erst einmal so dahin. Um 8:30 rufen auch wir die Port Security und kündigen an, dass wir kurz nach neun vor George Town ankommen werden. Man achte auf die normalen Geschäftszeiten, das spart in jedem Fall schon mal ohne jede Diskussion 75 KYD. Inzwischen haben wir dieses ganze Formalientheater echt satt, doch egal wie blödsinnig und auch unberechenbar all der Quark auch ist, wir müssen eine gute Mine zu diesem Spiel machen.

„Grand Cayman ist kein Wanderrevier, wo Bergfreunde Kopf stehen 🙃“

„Grand Cayman ist kein Wanderrevier, wo Bergfreunde Kopf stehen 🙃“

Doch die Port Security ist ausgesprochen freundlich und nett und sie geben uns die Koordinaten einer Mooring. An der sollen wir festmachen und abwarten. Sie würden dann zu uns kommen, wir müssten erst einmal nichts weiter tun.

„Der Tag entwickelt sich ...“

„Der Tag entwickelt sich …“


„Die sind schon da, als auch wir ankommen.“

„Die sind schon da, als auch wir ankommen.“

„Da es auf Grand Cayman keine Pier gibt, müssen die Passagiere ausgeschifft werden.“

„Da es auf Grand Cayman keine Pier gibt, müssen die Passagiere ausgeschifft werden.“

Als wir zwischen zwei Kreuzfahrtschiffen, die schon munter dabei sind, ihre Gäste mit unzähligen Shuttle Boats auszuschiffen, hindurchfahren und unsere Mooring ansteuern, kommt ein Boot der Port Control längsseits. Wir werden nett begrüßt und dann fahren sie vor, um uns unsere Mooring zu zeigen.

„Und wir werden zu unserer Mooring geführt.“

„Und wir werden zu unserer Mooring geführt.“

Schnell sind wir fest und schon sind sie wieder neben uns, um uns zum Einchecken an Land zu bringen. So viel Service hatten wir nun gar nicht erwartet, aber super, schnell packen wir unser Sachen und schon geht es los.


Hinter uns liegen 257,9 sm, die wir in 1 Tag, 21 Stunden und 20 Minuten gesegelt sind. Das ist over all ein Schnitt von 5,7 kn. Diese Etappe war zwar kurz, aber auch wieder schön schnell. Wir müssen uns vorsehen, dass nicht auch von all den noch vor uns liegenden Etappen zu erwarten. Man gewöhnt sich nur allzu leicht an solche Etmale.

Doch nun geht’s erst einmal zum Einchecken.

George Town, Grand Cayman
19° 18′ 12,2” N, 081° 23′ 11,8” W