Governor’s Creek


Starfish Beach, North Sound -> Governor’s Creek, North Sound
Distanz: 6,1 sm – Gesamtdistanz 2026: 481,6 sm

„vom Starfish Beach -> in den Governor's Creek“

„vom Starfish Beach -> in den Governor's Creek“


Der Morgen ist ruhig und grautrüb. Niemand drängelt uns. Es wird eh noch einige Tage dauern, bis wir in Richtung Honduras aufbrechen können. Abgesehen davon müssen wir uns auch noch um unsere Kühlwasserpumpe im Sekundärkreislauf kümmern. Die haben wir zwar erst vor zwei Jahren neu eingebaut, aber sie dröppelt schon wieder 🥺. Glücklicherweise haben wir die Simmerringe für eine Reparatur dabei. Doch falls dann doch noch etwas fehlt oder schief geht, sind wir im Governor’s Creek besser dran, denn ohne Kühlwasser können wir gar nicht motoren.

Nachdem wir noch einmal Wasser gemacht haben, starten wir. Doch es geht schneller los als gedacht. Was für eine irre Fahrt! Schnell schnappen uns 25 Knötchen Wind aus Osten. Es sind nur 6 sm bis in den Governor’s Creek und eigentlich wir wollten uns von der einmal gerefften Genua nur mal kurz rüberziehen lassen. Doch nun sind wir im Handumdrehen zu schnell. Viel zu schnell. 7,5 kn Fahrt bei einer Wassertiefe von 2,4 m machen kein gutes Gefühl. Also drehen wir die Genua ins dritte Reff, was aber überhaupt nichts bringt.

Nur gut, dass Faulheit nicht immer bestraft wird, die steuerbordseitige Backstage ist noch angeschlagen. Also Kutterfock. Das bringt uns dann schon mal runter auf 5,8 kn, was bei nun 2,2 m Wassertiefe immer noch etwas viel ist. Irgendwie passen die Zutaten heute einfach nicht so richtig zusammen, um ein gutes Segelgefühl zu machen. Abgesehen davon soll die Tiefe noch auf 1,9 m abnehmen, wobei der Wind wohl doch eher vor hat, noch etwas zuzunehmen.

„Nicht viel, aber immer noch zu viel.“

„Nicht viel, aber immer noch zu viel.“

Also drehen wir die Fock auf Handtuchgröße ein, was uns immerhin auf 5,0 kn ausbremst. Das ist schon mal gut, doch mit 5 Knoten irgendwo aufzubrummen, scheint uns immer noch etwas viel zu sein. Also nehmen wir die Fock einfach ganz weg und »segeln« mit 3,8 bis 4,1 kn vor Top und Takel bis in den Governor’s Creek. Noch langsamer könnten wir nur werden, wenn wir den Motor rückwärts laufen lassen oder einen Schleppanker, den wir gar nicht haben, ausbringen. Also lassen wir es dabei.

„Weniger ist mehr bzw. absolut ausreichend.“

„Weniger ist mehr bzw. absolut ausreichend.“

So zu segeln, ist schon ziemlich cool! 😎 Das hatten wir auch noch nicht. Doch so passt es und es läuft. Nur für das Ankermanöver machen wir noch einmal kurz den Motor an, dann sind wir auch schon dort, wo gerade alle sind. Im Governor’s Creek.

„Es geht in den Governor's Creek.“

„Es geht in den Governor's Creek.“

„Das Wetter im Governor's Creek prickelt zunächst nicht wirklich.“

„Das Wetter im Governor's Creek prickelt zunächst nicht wirklich.“


Der Governor’s Creek ist erstaunlich groß. Irgendwie macht er in den Seekarten einen kleineren Eindruck. Aber gut so, so verteilen sich die wenigen Fahrtensegler ganz gleichmäßig. Das Wetter lässt allerdings sehr zu wünschen übrig und die Aussichten sind auch nicht besser. Nun ja, die Karibik glänzt eben nur in den Träumen immer mit Sonne, blauem Himmel und türkisem Wasser. Die Realität ist dann oft doch etwas durchwachsener. Doch diese Erkenntnis hatten wir ja schon 2023 und daran hat sich auch noch nicht viel geändert.


Unweit vom Governor’s Creek liegt Cost-U-Less. Ein Supermarkt, der mit seinen Preisen für mehr Freude sorgen soll als Kirk’s oder Foster’s. Doch am nächsten Tag ist es nicht einfach, eine Wolkenlücke zu finden, die auch noch das Potential hat, für den Rückweg zu reichen. Ebenso schwierig ist es, einen Platz zu finden, um mit dem Dinghy anzulanden. Am Governor’s Creek reihen sich die eindrucksvollen Anwesen dicht an dicht aneinander. Das ist anders als an den übrigen Küstenlinien und Stränden der Cayman Islands, denn die Strände sind bis zur »High-Water-Mark« per Gesetz public. Und es gibt alle paar hundert Meter auch öffentliche Zugänge zu den Stränden. Keiner der Hotelstrände reicht exklusiv bis zum Wasser. Die Schilder mit »private, no access and for guests only« stehen deutlich oberhalb der Wasserlinie und lassen immer einen breiten Streifen des Strandes frei für alle.

Dabei ist der Begriff »High-Water-Mark« etwas fließend und es ist nicht ganz klar, wo sich diese Linie nun genau befindet. Dort, wo die Algen der letzten Flut liegen, oder dort, wo sich beim letzten Sturm die Wellen über den Terrassen gebrochen haben. Doch man scheint sich da unkompliziert arrangiert zu haben. Ein guter Kompromiss zwischen privatem Reichtum und öffentlichem Interesse. Doch das ist im Governor’s Creek nicht so, denn die Anwesen liegen hier an künstlich errichteten Grachten, Kanälen und an Abschnitten, die durch Kais gesichert wurden. Ganz offensichtlich wurden viele Flächen dafür auch erst einmal trocken gelegt, ganz im niederländischen Sinne. Und so gehören die Uferbereiche eben zu den privaten Grundstücken.

Das einzig »offizielle Dinghy Dock« ist an der Boats Ramp des Cayman Islands Yacht Clubs. Doch ein echtes Dinghy Dock ist das auch nicht, »man darf« zwar auf der einen Seite der Boats Ramp auf die Betonmauer klettern und sein Dinghy dort auch festbinden, doch mit einem Dinghy Dock im klassischen Sinne oder gar mit etwas Komfort hat das alles sehr wenig zu tun. Es ist ein Kompromiss, der wohl eher aus der Not heraus geboren wurde und nun geduldet wird.

Die anderen Alternativen sind die (noch) unbebauten Ecken im Grachtensystem. Nicht schön, aber hinreichend praktikabel, auch weil eine dieser Stellen nah bei Cost-U-Less, der Hauptstraße und damit den nächsten Buslinien liegt.


Cost-U-Less erweist sich als »Großmarkt für jedermann« mit einem ulkigen Mix aus Gartenutensilien, Klamotten, Großpackungen amerikanischer Lebensmittel bzw. was eben als solche bezeichnet wird, einer Gemüseabteilung, einigen Milchprodukten und einer kleinen Fleischabteilung. Und in der Tat »Kostet-es-weniger«, wenn man in gastronomieverdächtigen Größenordnungen denkt und einkauft. Aber was sollen wir mit 2,5 kg Erdbeermarmelade in einem Monsterglas? Ok, wenn es Nutella wäre, würde es schon noch gehen, aber alles andere in solchen Größen ist auf einem Schiff und nicht nur im Klima der Karibik schon echt schwierig.

„Was für ein »groß«-artiges Sortiment!“

„Was für ein »groß«-artiges Sortiment!“

So ist unser Einkauf am Ende doch nicht ganz so umfangreich, denn vieles können wir in diesen Ausmaßen gar nicht gebrauchen. Doch es gibt Klopapier in einem Acht-Rollen-Pack. Ja ja, wir hören da schon wieder dieses brüllende Lachen, aber normalerweise werden hier, wie auch auf anderen Karibikinseln, Klopapierrollen einzeln (!) verkauft. Nur kurz huschen einem dabei die Hamsterkäufe zu Corona in Deutschland durch den Kopf. Klopapier in homöopathischen Gebinden hätte den deutschen Michel vor ganz neue logistische Herausforderungen gestellt. Bei Cost-U-Less bekommen wir aber ein Achterpack! Ein gewerbliches Großgebinde, wahrscheinlich für Hotels.


Bei dieser Gelegenheit sei ein kleiner Seitensprung zum karibischen Klopapier erlaubt. In Deutschland kauft man ja 3-, 4- oder 5-lagiges Klopapier, was den Hintern kuschelweich umschmeichelt. Das Klopapier in der Karibik ist meist einlagig und äußerst fragil, wenn man das so sagen darf. Ehrlich gesagt haben wir auch bei größtem technischen Sachverstand überhaupt keine Idee, wie so ein dünnes Klopapier überhaupt produziert werden kann. Es müssen äußerst sensible Maschinen sein, denn wenn so eine Luxusrolle bei uns auf dem Abroller steckt, ist es schlicht unmöglich, auch nur ein Blatt abzurollen, ohne das es reißt und man anschließend nur einen Fetzen in der Hand hat. So haben wir notgedrungen die beidhändige Abrolltechnik entwickelt. Man muss vorsichtig und vor allem genau senkrecht ohne jedes Verkanten oder gar Rucken an der Rolle ziehen. Nur so geht’s!

Und da das karibische Klopapier nicht nur einlagig, sondern auch hauchdünn ist, verschwindet es schon mit einigen kleinen Tropfen Flüssigkeit, – ja ok, von mir aus auch Pippi -, nahezu rückstandslos in der Hand. Es löst sich einfach auf, schrumpft, fällt in sich zusammen und ist nach Sekunden nicht mehr da. Zu Anfang haben wir ungläubig in unsere Hände geguckt und uns gefragt, ob wir uns überhaupt ein Stück Klopapier genommen haben. Doch dann haben wir diesen kleinen weißen Fussel am rechten Zeigefinger entdeckt. Seitdem nehmen wir immer wenigstens vier, fünf oder mehr Stücke und falten uns großzügig eine mehrlagige Version. Die bleibt dann auch etwas länger erhalten, wobei man auch bei vier oder fünf Stücken schnell sein muss, denn der Zerfallsprozess ist oft schneller als man wischen kann. Und ja, diese Klopapierrollen werden normalerweise einzeln verpackt und verkauft, doch wir haben nun ein 8er-Pack ergattert. Unser Erfolg bei Cost-U-Less hätte nicht größer sein können.


„Das alternative Dinghy Dock.“

„Das alternative Dinghy Dock.“

Natürlich hält die Regenpause nicht für unseren Rückweg. Kaum sitzen wir wieder im Dinghy, beginnt es zu schütten. Liebevoll schützen wir unsere Klopapierbeute in einer Extra-Einkaufstasche.


Obwohl sich in Norddeutschland jeder über das tolle Sommerwetter freuen würde, ziehen wir es inzwischen doch vor, unter Deck zu bleiben und abzuwarten. Immer wieder regnet es bei insgesamt naturtrüben 20°. Eine gute Gelegenheit, sich um die Kühlwasserpumpe zu kümmern. Wieder so ein Beispiel für sündhaft teuren Schrott, der einem immer wieder angedreht wird. Wir haben die komplette Pumpe getauscht und die Simmerringe, die nun undicht sind, liegen innerhalb der Pumpe. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die beim Einbau auch nur irgendwie zu beschädigen. Also Schrott vom Werk aus. So etwas ist für 350 € echt ärgerlich.

„Wasserpumpenschrott!“

„Wasserpumpenschrott!“

Glücklicherweise haben wir von ihrer ebenfalls inkontinenten Vorgängerin noch zwei Ersatzsimmerringe. Der Aus-, Um- und wieder Einbau ist nicht schwierig, obwohl wir dann beinahe doch einen Fehler gemacht hätten. Man wird echt vergesslich, obwohl es sich inzwischen fast schon um einen Routineeingriff handelt.


Der 7-Miles-Beach

„Der Governor's Creek mal etwas freundlicher.“

„Der Governor's Creek mal etwas freundlicher.“

Als am nächsten Tag die Wolkendecke gegen Mittag aufreißt, beschließen wir, einen kleinen Strandspaziergang am 7-Miles-Beach zu machen. Doch all die sieben Meilen wären dann doch etwas viel, die Lösung liegt in der freiwilligen Beschränkung! Vor etwa einer Woche haben wir ja schon einmal vor dem Strand geankert, nun ist es mal an der Zeit, am 7-Miles-Beach entlangzuschlendern.

„Auf zum Strandspaziergang“

„Auf zum Strandspaziergang“

Vom Governor’s Creek ist es nur ein Katzensprung auf die andere Seite. An dieser Stelle ist die westliche Halbinsel Grand Caymans nur 1,5 km breit und das Dinghy Dock des Cayman Islands Yacht Clubs liegt schon so schön in der Mitte, dass wir nur noch 750 m zur anderen Seite laufen müssen.

„Der 7-Miles-Beach macht seinem Namen alle Ehre.“

„Der 7-Miles-Beach macht seinem Namen alle Ehre.“

Der Strand ist absolut super. Langsam schlendern wir in den auslaufenden Wellen nach Norden, baden und trödeln wieder zurück.

„Ein Strandläufer“

„Ein Strandläufer“

„Kleine Hotels, aber es ist gerade nicht Saison. Alles geschlossen.“

„Kleine Hotels, aber es ist gerade nicht Saison. Alles geschlossen.“

„Die Sonne kämpft sich durch.“

„Die Sonne kämpft sich durch.“

Das Wetter zeigt sich nach und nach von einer immer besseren Seite. Es ist toll, in der Brandung zu baden, denn sonst baden wir ja immer nur von der PINCOYA aus. In hohen Wellen zu baden, verbinden wir immer noch ganz automatisch mit den klapperkalten Wellen der Nordsee. Doch wie phantastisch ist es, sich in einem hellblauen Wasser von warmen Wellen heben, senken und überspülen zu lassen.

„Strandleben“

„Strandleben“

„Diese Welle hat vor der Hose keinen Halt gemacht.“

„Diese Welle hat vor der Hose keinen Halt gemacht.“


„Der Governor's Creek nun etwas lieblicher.“

„Der Governor's Creek nun etwas lieblicher.“

„Da liegen wir. Insgesamt ist der Andrang von Seglern auf den Caymans nicht sehr groß.“

„Da liegen wir. Insgesamt ist der Andrang von Seglern auf den Caymans nicht sehr groß.“


Der Garten und die blauen Drachen
Für Grand Cayman hatten wir uns schon länger vorgenommen, den Queen Elizabeth II Botanic Park mit der Blue Iguana Conservation zu besuchen, doch entweder stimmte das Wetter nicht oder es war der falsche Wochentag. Der Naturpark liegt nämlich auf der Eastside, so dass wir entweder von George Town oder vom Rum Point aus mit dem Bus dorthin fahren müssen. Doch leider fahren die Busse nicht immer von überall und schon gar nicht am Wochenende vom Rum Point aus.

„Die Tour zum Botanic Garden und zu den Blue Iguanas“

„Die Tour zum Botanic Garden und zu den Blue Iguanas“

„Noch im Governor's Creek“

„Noch im Governor's Creek“

Doch an diesem Freitag passt alles zusammen und so stoppen wir uns kurz hinter Cost-U-Less einen Bus, fahren bis zum Depot in George Town und wechseln dort in den Bus zum Botanic Garden.

Die Geschichte mit den Bussen auf Grand Cayman ist pragmatisch gelöst. Es gibt verschiedene Linien, deren Busse farblich gekennzeichnet sind. Die Busse sind zwar öffentlich, aber dennoch privat, denn einzelne Personen oder Unternehmen haben die Lizenz für eben eine der Strecken. So fahren die Busse tagsüber im flexiblen 5-Minuten-Takt und man muss nur gucken, wann die richtige Linie bzw. Farbe kommt. Es gibt zwar auch Bushaltestellen, aber man kann jeden Bus überall dazwischen heranwinken 🙋🙋‍♀️. Kurze Strecken kosten 2 KY$ und lange 5 KY$. Wenn man aussteigen will, stoppt man den Bus durch Zuruf zum Fahrer, drückt ihm die entsprechenden Dollar in die Hand und schon ist man da.

Die Linie 9 beinhaltet zwar den Botanic Garden, der Bus biegt aber nur dorthin ab, wenn jemand auch wirklich dorthin will. Das ist eigentlich ein gutes System, denn an speziellen Punkten ruft der Fahrer, ob jemand hierhin oder dorthin möchte, ansonsten fährt er geradeaus weiter. Das ist bei dem Dialekt nicht einfach zu verstehen, aber wir haben ja schon vorher gefragt und der Fahrer hat uns versichert, dass er uns bis vor die Tür des Gartens fährt.

So weit, so gut. Doch nun stellt sich einem deutschen Seelchen ja doch gleich die Frage, wie das denn mit der Rückfahrt klappen könnte, wenn der Bus nicht immer bis zum Botanic Garden fährt, wir aber von dort wieder zurückwollen. Doch die Sache ist ganz einfach. Die Dame an der Kasse des Botanic Garden ruft auf Wunsch die verschiedenen Fahrer an, und wenn einer gerade in der Nähe ist, biegt er ab, andernfalls muss man bis zur Hauptstraße laufen, hoffen und sich dort einen Bus heranwinken 😂👋.

Kein urdeutsches System, aber es klappt und alle anderen Fahrgäste fahren ohne zu murren auch mal die eine oder andere Strecke mit. Insgesamt haben wir schon den Eindruck, dass man auf den Caymans etwas weniger getrieben ist als in Deutschland.

Auf so einer Bustour gibt es mitunter auch Pausen, bei denen wir dachten Mittagspause (?), Motorschaden (?), Feierabend (?) oder kein Benzin mehr (?), aber nach einer kleinen Ewigkeit ging es dann doch immer weiter, wobei uns nicht klar wurde, wieso es nun zu dieser oder jener kleinen Ewigkeit überhaupt gekommen ist. Da aber alle anderen Fahrgäste nicht im mindesten überrascht waren, neue Fahrgäste ein- und andere ausstiegen, und alle alles ganz normal zu finden schienen, beschlossen auch wir, nicht überrascht zu sein und uns dem Schicksal des Busfahrens hinzugeben.


„Im Botanic Garden I“

„Im Botanic Garden I“

In dem Botanischen Garten merken wir schnell, dass der Februar nicht die beste Zeit ist, um die Blütenpracht der Orchideen zu bewundern. Es ist schlicht die falsche Jahreszeit. Einige Orchideen blühen zwar, aber das ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was hier in wenigen Monaten seine Blütenpracht entfalten wird.

„Im Botanic Garden II“

„Im Botanic Garden II“

Der Garten ist absolut hübsch und liebevoll angelegt und erinnert tatsächlich etwas an seine britischen Geschwister. Natürlich nicht im adeligen Sinne der britischen Gartenkultur, aber dennoch in der Detailliebe, einen karibischen Garten in diesem Klima anzulegen. Lange laufen wir durch die verschiedenen Bereiche und wir ahnen, welche Blüten- und Farbengewalt hier im Frühjahr explodieren wird.

„Im Botanic Garden III“

„Im Botanic Garden III“

„Unten links »biologisch« ein Apfelbaum, die Früchte wachsen direkt aus dem Ast.“

„Unten links »biologisch« ein Apfelbaum, die Früchte wachsen direkt aus dem Ast.“

„Im Botanic Garden IV“

„Im Botanic Garden IV“

„Entspannt ...“

„Entspannt …“

„Und der läuft uns einfach so schon mal über den Weg.“

„Und der läuft uns einfach so schon mal über den Weg.“

„Ein Blue Iguana.“

„Ein Blue Iguana.“

„Gut entfaltet.“

„Gut entfaltet.“

„Im Palmengarten“

„Im Palmengarten“

„Stachelige Stämme“

„Stachelige Stämme“

Nach einer großen Runde durch den Botanic Garden kommen wir zu den blauen Drachen, den Blue Iguanas. Die soll es in »blau« nur hier auf Grand Cayman geben, aber auch für das Blau ist es leider die falsche Jahreszeit. Besonders die Männer erstrahlen im Sommer in einem Hellblau, das noch etwas aufgeregter wird, wenn es zur Damenwahl geht. Im Februar ist das Blau allerdings nur recht verhalten zu erkennen, wenn die Sonne schon mal etwas die müden Knochen wärmt.

„In der Iguana Station I“

„In der Iguana Station I“

„In der Iguana Station II“

„In der Iguana Station II“

Es sind urige Urviecher, die nicht nur in der Schutzstation, sondern auch auf dem Gelände des Botanical Gardens und in der näheren Umgebung frei herumlaufen. Den freien Leguanen sind keine Grenzen gesetzt, aber einer der Pfleger erzählt uns, dass sie den Schutzraum des Gartens und der Aufzuchtstation brauchen und keine große Chance haben, bei den eingeschleppten Hunden, Katzen und Ratten zu überleben. So kümmert man sich in der Blue Iguana Conservation um ihren Erhalt und ihr Überleben.

„In der Iguana Station III“

„In der Iguana Station III“

Und was sollen wir sagen, unsere Bustour zurück klappt ganz prima. Die Dame an der Kasse erreicht einen der Fahrer und nach einer halben Stunde werden wir eingesammelt.


Zurück, auschecken und doch nicht losgesegelt
Zurück in George Town gehen wir gleich noch schnell zur Customs and Border Control, um auszuchecken. Der morgige Samstag sollte ein guter Zeitpunkt sein, um nach Honduras aufzubrechen. Doch der Customs Officer stellt nicht nur besorgt fest, dass es uns sicher wohl zu kalt auf den Cayman Islands ist und wir deswegen nach Honduras wollen, sondern guckt uns auch eher skeptisch an, als wir sagen, dass wir im Governor’s Creek liegen.

»There’s a small craft warning and 20 knots of wind from the north on the passage through the reef could be a problem.« Nun ja, wir wissen schon, dass die Ausfahrt hässlich werden könnte, aber bis morgen soll der Wind ja auch schon etwas abgenommen haben. Doch er lässt nicht locker. So viel Sorge ist uns schon fast peinlich, aber vielleicht hat er ja doch recht.

Der Customs Officer ruft noch extra bei der Port Security an und fragt, ob man morgen gut aus dem North Sound kommt. Die Antwort ist sosolala.

Währenddessen hat Astrid schon das Ausreiseformular ausgefüllt. Der Officer stempelt alles, gibt es uns zurück und sagt, dass es kein Problem wäre, wenn wir nicht fahren. Dann sollten wir einfach am Montag wiederkommen und ihm das Auscheckformular zurückgeben. Nicht am Wochenende, dann müsste er uns die Wochenendgebühr berechnen.

Bei der Immigration läuft es ähnlich. Der Immigration Officer sagt uns, dass er die beiden Einreisekarten für uns aufhebt, falls wir doch nicht fahren und Montag zurückkommen. 😳 Upps… Nun sind wir doch etwas unsicher, ob unsere Idee, am Samstag zu fahren, wirklich so richtig schlau ist. So viel Fürsorge und Umsicht haben wir bei den Offiziellen noch nie erlebt.

„Die Westküste bei George Town, dort war es auch schon mal ruhiger.“

„Die Westküste bei George Town, dort war es auch schon mal ruhiger.“


Und am Ende fahren wir dann doch nicht am Samstag und bleiben noch auf Grand Cayman. Das zwar nicht wegen des Nordwindes, aber die Capitana haut es urplötzlich um. Wir haben zwar die richtigen Mittelchen dabei, doch am Samstag geht gar nichts. So steht erst einmal in den Sternen, ob wir doch noch einen Teil unseres schönen Wetterfensters nutzen können oder es unverrichteter Dinge wieder zuklappt.

Governor’s Creek, Grand Cayman
19° 21′ 05,2” N, 081° 22′ 28,5” W