Portugal, Azoren, Terceira, Praia da Vitória -> Frankreich, Bretagne, Anse de Pen-Hir
Distanz: 1.405,1 sm – Gesamtdistanz 2026: 6.891,8 sm
Nach 1.405 Seemeilen, 10 Tagen, 15 Stunden und 45 Minuten sind wir in der Bretagne in Frankreich gut angekommen. Alles hat bestens funktioniert, nichts ist kaputt gegangen, nur die Windrichtung hätte etwas günstiger sein können.
Doch nun gut, das war absehbar, denn das Azorenhoch hat es ja vorgezogen, sich nördlich der Azoren zu vergnügen. So hatten wir den Wind ständig gegenan und mussten ständig hart am Wind segeln. Da der Wind durchaus kräftig war, war dieses Crossing ungewohnt anstrengend, was auch der Grund dafür ist, dass es nun erst einmal nur diesen kleinen Ankommens-Blog gibt.
Noch nie mussten wir auf einem Crossing 12 Tage hart am Wind segeln. Sicher mussten wir das ein oder andere Mal schon ungleich schlimmeres Wetter meistern, aber noch nie so lange bei 13 bis 23 kn mit 43 bis 53° am Wind segeln. Die wirklich schlimmen Tage auf anderen Crossings waren immer nach 36 oder spätestens 48 Stunden vorbei, doch unser Amwindkurs bestimmte diese gesamte Etappe fast rund um die Uhr. Und wenn man immer nur auf der Backe liegt, fast ständig brutal in die Wellen kracht und sich meist nur wie ein Klammeräffchen auf der PINCOYA entlanghangeln kann, dann wird das mit dem Bloggen nichts. Der Kopf ist matschig und kein Gedanke will auch nur halbwegs flüssig »auf’s Papier«.
Doch wie die noch ausstehenden Blogs aus den USA, von Bermuda und auch von den Azoren werden auch die Blogs dieser Etappe noch folgen. Und das auch als Erstes, vor allen anderen, damit wir wenigstens halbwegs auf Stand sind, wo wir denn nun gerade sind.
Und nun sind wir angekommen und wirklich etwas geschafft und auch froh, es nun geschafft zu haben. Unser eigentliches Ziel, hinter der Halbinsel Presqu’Ile de Quelern im Golf von Brest zu ankern, und auch unser zweites Ziel, vor Camaret-sur-Mer zu ankern, haben wir gecancelt, da wir erst einmal nur etwas Ruhe haben wollten. Deswegen liegen wir nun in der Anse de Pen-Hir auf der Südseite der Halbinsel, auf deren Nordseite Camaret-sur-Mer liegt. Dort haben wir schon einmal 2019 geankert und es war einmalig schön. Und da nun auch die Wetterlage mit keinem oder höchstens etwas Wind aus nördlichen Richtungen absolut super passt, haben wir beschlossen, dass die Anse de Pen-Hir für uns das ideale Plätzchen ist zum Ankommen.
Und da liegen wir nun, gönnen uns ein Glas portugiesischen Wein und sind gespannt, ob es hier immer noch so einmalig schön ist, wenn die Sonne aufgeht und wir wieder die rauen Felsen der Bretagne sehen können.
Anse de Pen-Hir, Bretagne, Frankreich
48° 15′ 30,3” N, 004° 36′ 54,1” W
