Der Montag beginnt grautrüb, von der angekündigten Sonne ist weit und breit nichts zu sehen. Schon am Samstag haben wir uns über die Vorhersagen geärgert. Über das Wochenende hätten wir den Leihwagen zum selben Preis für drei Tage bekommen können, wie wir ihn nun nur für zwei Tage haben. Dass die Verlässlichkeit der Vorhersage noch nicht einmal bis zum nächsten Tag reicht, ist schon etwas ärgerlich, auch wenn das Hoch, das hier gerade herumwandert, etwas unberechenbar zu sein scheint.
Um 9:30 holen wir den Mietwagen ab. Und die Akribie, mit der Avis stecknadelkopfgroße Macken auflistet, hinterlässt bei uns kein gutes Gefühl. Abgesehen davon schlägt jeder Schaden, unabhängig wie groß er ist, gleich mal pauschal mit 1.900€ zu Buche. Der Ford Focus hat 36.000 km runter, und wenn wir die ganze Sache mit den Schäden so mal überschlagen, sollte sich der Wagen schon jetzt allein durch die Schäden und ohne jegliche Mieteinnahmen ein- bis zweimal amortisiert haben. Nur gut, dass wir eine Vollkasko abgeschlossen haben, die die Selbstbeteiligung voll erstattet. So finanzieren wenigstens die Versicherer den Fuhrpark von AVIS und nicht wir. Nach zwei Tagen geben wir den Wagen zwar ohne neue Mängel zurück, aber ein gutes Gefühl hinterlässt dieses Prozedere nicht.
Zurück an der PINCOYA packen wir auch die Scooter ein, denn – mal sehen – vielleicht sind sie unterwegs ja doch ganz hilfreich. Da das Wetter keine wirklichen Begeisterungsstürme auslöst, brechen wir kurz darauf etwas skeptisch auf. Das Ganze hatten wir uns anders vorgestellt. Zum Mittag soll es zwar aufklaren, doch wenn diese Vorhersage mit derselben Verlässlichkeit glänzt, mit der die Vorhersagen der letzten Tage geglänzt haben, haben wir wettertechnisch wirklich keinen Volltreffer gelandet.
Zuerst geht es in Richtung Trébeurden und als wir am Plage de Saint-Efflam das Meer sehen, halten wir einfach mal an. Eigentlich muss es hier wunderschön sein, besonders bei Niedrigwasser, wenn die riesige Bucht von Saint-Michel-en-Grève großflächig trocken fällt. Doch die ganze Schönheit sehen wir erst auf dem Rückweg, weil auf dem Hinweg noch nicht entschieden ist, ob nun das Meer oder der Himmel in einem fröhlicheren und lebendigeren Graugrau erstrahlt.
Port de Trébeurden
In Trébeurden sehen wir uns den Hafen an. Das Wasser ist noch dabei abzulaufen und die Ampel für die Aus- bzw. Einfahrt über der Mauer steht um 11:45 noch auf Grün. Sobald über der Mauer 1,50m Wasser stehen, wird die Ampel grün. Für kleine Motorboote reicht das, als Segler muss man aber doch besser auf die Messskala an den Torpfosten achten und schauen, wann es für den eigenen Tiefgang dann wirklich passt.
„So'n Häuschen hat schon was, nur in der Stadt kommt so ein Landsitz auch nicht richtig zur Geltung.“
Der Port de Trébeurden ist im Grunde genommen eine nette Marina, die wirklich in Ordnung zu sein scheint und auch günstig zur Côte Granit Rose liegt. Der ganze Hafen ist schon sehr aufwendig gemacht und das alles zusammen hat eben auch seinen Preis. Gegenüber Morlaix hätten wir hier fast das Doppelte bezahlt. Touristisch zählt Trébeurden wohl eher schon zu den Hochburgen. Jetzt im Herbst ist hier allerdings kaum noch etwas los, aber im Hochsommer wird hier das pralle Leben pulsieren.
Doch etwas außerhalb kann man auch sehr hübsch ankern. Zwischen den vorgelagerten Inseln bei der Île Molène sind schöne Plätzchen zu sehen und wir versuchen sie auf dem Handy in unseren Seekarten zuzuordnen. Einen Versuch ist das allemal wert, doch das ist eher etwas für ein ruhiges Sommerwetterchen.
Doch immerhin beginnt sich in Trébeurden die Sonne Stück für Stück durch die Hochnebeldecke zu arbeiten. So brechen wir optimistisch in Richtung Trégastel und Port de Ploumanac’h auf.
Port de Ploumanac’h
Trégastel und Trégastel Plage, wo man auch ankern kann, lassen wir auf dem Weg zum Port de Ploumanac’h links liegen. In Ploumanac’h lassen wir das Auto am Stadtrand stehen und nehmen die Scooter für eine Sightseeing-Runde am Hafen und zur Côte Granit Rose. Endlich hat es auch die Sonne geschafft.
„In Port de Ploumanac’h liegen die Schiffe an Mooring-Ketten. Vorn die Besucher Moorings. Nur mal so rein theoretisch …“
Obwohl das Wasser immer noch abläuft, sieht der ganze Hafenbereich jetzt schon nicht mehr wirklich »großzügig« aus. Und nachdem wir von unserer kleinen Wanderung rund um die Côte Granit Rose zurückkehren, sehen wir, dass es bei Niedrigwasser in Port de Ploumanac’h noch enger werden kann. Eine Mauer hält zwar auch hier einiges an Wasser zurück, sonst würde die gesamte Bucht einfach leer laufen, aber viel Wasser ist das eben auch nicht. Man liegt eng zusammen an Mooringketten und mit gutem Willen sehen wir zwei oder drei Segler in der Größe der PINCOYA. So beschließen wir, dass es eine gute Idee war, hier mit dem Leihwagen herzukommen und nicht mit der PINCOYA. Doch eine Frage bleibt dennoch offen: wieso muss die Capitana eigentlich immer recht haben? 🤨
Und da in Ploumanac’h dann auch die Sonne herauskommt, lassen wir ab hier mal für Ploumanac’h und die Côte Granit Rose nur die Bilder sprechen.
„Ein erster Eindruck von den linsenförmigen Steinen, die so spektakulär an der Côte Granit Rose herumliegen.“
Auf dem Weg zur Côte Granit Rose…
An der Côte Granit Rose …
„Am Parklatz beim Leuchtturm stellen wir die Scooter ab und laufen zu Fuß an der Küste entlang und zu dem Leuchtturm.“
Und einige Steine wackeln auch, aber wir schaffen es nicht, sie herunterzuschubsen.
Und hier ein kleiner Rundblick.
Der Weg danach wieder herunter ist allerdings beschwerlich.
Lannion
Nachdem wir stundenlang auf den wunderbaren Felsen der Côte Granit Rose herumgeturnt sind, machen wir auf dem Rückweg noch einen Stopp in Lannion. Auch Lannion hat eine sehr schöne Altstadt und so setzen wir uns in eines der Cafés, lassen uns die Septembersonne auf den Bauch scheinen, atmen den Flair der Bretagne tief ein und genießen einen Café au Lait, bevor wir einige Kilometer später auch die Bucht von Saint-Michel-en-Grève noch einmal unter einem strahlend blauen Himmel sehen.
Geht doch, auch in der Bucht von Saint-Michel-en-Grève kann die Sonne scheinen.
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48° 35′ 09,2” N, 003° 50′ 10,3” W











































